Der Moorerlebnispfad

Moorlibelle
Moorlibelle

Mit dem Fahrrad oder auf Schusters Rappen durchs Moor

Weite bis zum Horizont. Gesprenkelt mit unzähligen weißen Fruchtständen des Wollgrases. Moor rechts und links. Libellen umsurren zu Tausenden die Weiden- und Gagelsträucher am Wegesrand. Eine Blindschleiche sonnt sich ohne Scheu im warmen Sand. Auf dem Rundweg um den Dahlemer und Halemer See haben Wanderer und Radfahrer die Möglichkeit, die typische Flora und Fauna des Ahlenmoors und seiner Randseen genau unter die Lupe zu nehmen.

Moorjungfer

Blindschleiche
Blindschleiche



Schon auf dem kleinen Parkplatz in der Nähe von Neuenwalde beginnt das Abenteuer für Naturliebhaber. Majestätisch schreiten zwei Kraniche durch die renaturierten Moorflächen vor dem ehemaligen Torfwerk. Ins Auge fällt fällt im Sommer das Wollgras im Moor. Jeder Windstoß lässt ein Meer von weißen Farbtupfern wogen. Nicht etwa die Blüten bilden die charakteristischen Wattebüschel, sondern die weißen Hüllfäden zeigen sich während der Fruchtbildung. Ein Stückchen weiter vernässt das Moor immer mehr. Schön, wie sich die ziehenden Wolken im Wasser spiegeln. Hier ist man ganz allein mit der Natur. „Auf der Moorfläche bei Nacht schweben Lichtchen, das sind Moorjungfern“, schon die Brüder Grimm widmeten eine ihrer Sagen der auffälligen Moorlibelle. Tausende von ihnen nutzen im Ahlenmoor noch bis Juni die warme Sonne zum Hochzeitsflug. Moorjungfern sind an ihrer auffälligen Hinterleibzeichnung zu erkennen. Während die Männchen rot-schwarz gestreift sind und eine leuchtend gelbe Laterne als Topplicht tragen, bevorzugen die Damen einen Borussia-Look in exaktem schwarz-gelb. Ein Geheimtipp für Fotografen, hier bekommt man garantiert das Paarungsrad der Libellen direkt vor der Linse.

Das Wollgars blüht.

Aber nicht nur die auffälligen Insekten lohnen einen zweiten Blick. Gerade die Sträucher als Moorrandbewohner sind beachtenswert. Der Gagel mit seinen bitteren Blüten wurde früher als Hopfenersatz beim Bierbrauen genutzt. Zitronenfalter bilden gelbgrüne Farbtupfer auf seinem rostroten Blütenmeer mit den grünen Blättern. Hoppla, da liegt doch eine Sonnenanbeterin direkt auf dem Sandweg. Silbrig schillernd mit stahlblauen Schuppen döst die Blindschleiche träge in der Sonne. Nicht einmal die Geräusche der Wanderstiefel lässt sie aufschrecken. Ein Beobachtungsturm bietet Weitblick auf die Renaturierungsflächen des stillgelegten Neuenwalder Torfwerkes. Errichtet wurde diese Aussichtsplattform von der Stadt Langen. Eine bequeme Bank lädt zur Rast ein. Der atemberaubende Blick über die Moorfläche lenkt immer wieder vom Butterbrot ab. Ein tolles Fotomotiv ist auch das kleine vermodernde Birkenwäldchen schräg gegenüber. Die Wiedervernässungsmaßnahmen lassen den Wasserspiegel ansteigen, für die Bäume ist kein Platz mehr. Vorwitzig schießen rundherum einige Preiselbeeren ins Kraut. Gerade verwandeln sich die weißen Blüten in rosafarbene Fruchtstände. Diese Leckerei bleibt natürlich auch den Ameisen nicht verborgen. Rund 17 Kilometer ist der Rundwanderweg lang und mit dem Fahrrad gut zu befahren. Noch schöner ist es allerdings, die Wanderstiefel zu schnüren und das außergewöhnliche Moorgebiet zu Fuß zu erkunden. ul

Auf einen Blick

Der Dahlemer und der Halemer See sind ein Eldorado für seltene Tiere und Pflanzen, die sich hier ungestört entwickeln können. Dass sich die urwüchsige Landschaft mit den beiden Moorrandseen in dieser Form erhalten hat, ist dem Naturschutz zu verdanken. Wegen seiner einmaligen Erscheinung stellte man schon 1928 einen Teil des Seeufers unter Schutz. Heute sind beide Seen Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems „Natura 2000“. Beide Seen zusammen sind rund 190 Hektar groß und zählen damit zu den größten Stillgewässern Niedersachsens. Zu ihren Besonderheiten gehört, dass sie „mit dem Wind wandern“. Während sich am östlichen Ufer eine etwa einen Meter hohe Steilkante gebildet hat, an der der See stetig in das Hochmoor vordringt, verlandet gleichzeitig das westliche Ufer. Reizvolle Einblicke in diese einmalige Landschaft erlaubt der Rundwanderweg um beide Seen, an dem sich mittlerweile vier Aussichtstürme befinden. Aus luftiger Höhe können dort gefährdete Tierarten mit dem Fernglas ungestört beobachtet werden. Der Seerundweg ist insgesamt rund 17 Kilometer lang und empfiehlt sich auch als ideale Fahrradtour. Er ist ganzjährig frei begehbar. Eine Kartenansicht des Seerundwegs gibt es im Internet unter www.ahlenmoor.de/erlebniswege/seerundweg.